Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen

Betreutes Jugendwohnen Asbach

Standort /Zielgruppe
Die VG Asbach liegt mit den Ortsgemeinden Neustadt (Wied), Asbach und Windhagen im Naturpark Rhein-Westerwald und grenzt Zum Betreuten Jugendwohnen gehört eine ca.50qm große Wohnung, komplett eingerichtet bestehend aus 2 Zimmern, Küche, Bad und Flurbereich, sowie Gartennutzung, die für eine(n) Jugendliche(n) ab dem 16. Lebensjahr und einem entsprechenden Grad an Selbständigkeit und Verlässlichkeit bezogen werden kann.
Diese Jugendlichen brauchen noch spezielle Unterstützung in den Bereichen Haushaltsführung, Umgang mit Behörden, bei der Suche einer Ausbildungsstelle oder Berufsfachschule. Auf diese Weise soll Ihnen behutsam der Weg in ein selbstständiges Leben bereitet werden.
Aufgenommen werden auch jugendliche Auslandsrückkehrer zur Fortsetzung der weiteren Betreuung in Deutschland.
Die Aufnahme ist nicht geschlechtsspezifisch.
Das Betreute Jugendwohnen befindet sich in einem Ortsteil von Asbach im Landkreis Neuwied. Asbach ist mit allen notwendigen infrastrukturellen Einrichtungen ausgestattet und verkehrstechnisch sehr gut angebunden.
Die Verbandsgemeinde Asbach bietet umfangreiche Sportmöglichkeiten. Es gibt mehrere Turn- und Sporthallen, Sportplätze, auch mit Kunstrasen (zwei in Asbach und jeweils einen in Buchholz, Neustadt, Fernthal und in Windhagen), ein Schulhallenbad, mehrere Reitanlagen, Schießsportanlagen, mehrere Tennisanlagen (Frei- und Hallenplätze) und einen Golfplatz (18 Loch-Anlage). Neben den Sportmöglichkeiten gibt es eine ausschließlich im Winter geöffnete Eislaufhalle sowie ein Kino mit fünf Sälen, in denen aktuelle Filme vorgeführt. Darüber hinaus bietet die VG Asbach einen offenen Jugendtreff an, der von Pädagogen geleitet wird und diverse Freizeitangebote macht.
Die schulischen Möglichkeiten sind optimal. Weiterführende Schulen gibt es in Form der Realschule plus mit Fachoberschule und der Albert Schweitzer Schule, eine Förderschule im Bereich „Lernen“ sowie in Neustadt (Wied) mit Realschule plus und Gymnasium. Weitere Förderschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten befinden sich in der Kreisstadt Neuwied. Berufsfachschulen befinden sich in Abhängigkeit des Schwerpunktes u.a. in Bad Honnef.
Die medizinische Grundversorgung wird mit der DRK Kamillus-Klinik, einem modernen Krankenhaus mit einer internistischen und neurologischen Abteilung, zahlreichen Ärzten, Zahnärzten, Fachärzten wie Kinderärzte mit kinderkardiologischer Versorgung, Kinder- und Jugendtherapeut gesichert. Weiterhin stehen eine Tagesklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie Neuwied sowie eine Außenstelle des Heilpädagogisch Therapeutischen Zentrum (HTZ) Neuwied zur Verfügung.
Weitere Jugendtherapeuten sind innerhalb 20 Minuten Fahrtzeit erreichbar.
Die Stärke als Wirtschaftsstandort ist das attraktive und vielseitige Spektrum von Branchen aus Handwerk, Gewerbe, Industrie und Handel. Somit können auch für die angesprochene Zielgruppe berufsspezifische Hilfen angeboten werden.

Der Betreuer
Ein BA Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (Jahrgang 1965) ist in der Lage, Jugendlichen die vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, der Sportpädagogik und der Ausflüge in einer ländlichen Umgebung zu vermitteln. Fahrrad, ­Mountainbike, und Motorradtouren können angeboten werden. Die Radtouren werden überwiegend durch das Gelände der Umgebung stattfinden.
Darüber hinaus ist er Mitglied bei den Kölner Segelfliegern und befindet sich zurzeit in der Ausbildung zum Segelflugpiloten. Die Möglichkeit des Mitfliegens besteht und die eigene Ausbildung zum Erwerb der Segelfluglizenz kann ab dem 14. Lebensjahr begonnen werden. Der Tier­, Natur- und Artenschutzverein „Anual“ Siebengebirge bietet regelmäßige spannende Projekte für die ganze Familie in der nahen Umgebung an z.B. Besichtigungen der Steinbrüche, Fledermäuse beobachten, Arten der Schmetterlinge kennen lernen usw.
Weiterhin zeichnet sich der Betreuer dadurch aus, dass er examinierter Kirchenmusiker ist. Über 10 Jahre hat er in der Kirchengemeinde Asbach einen Kinder­ und Jugendchor geleitet.
Des Weiteren hat er Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Klavier­ und Orgelunterricht angeboten. Daher ist er kompetent, seine musikalischen Fähigkeiten und Erfahrungen den jungen Erwachsenen im Betreuten Jugendwohnen anhand von Kennenlernen der Notenschrift, musikalischen Grundbegriffen, Gesangsübungen, Klavierspielen und gegebenenfalls Orgelspielen anzubieten. Darüber hinaus ist er ausgebildeter Finanzfachwirt und ist für alle finanziellen Fragen sowohl beruflich wie privat bestens geeignet.

Folgende Ziele hat die pädagogische Arbeit im Betreuten Jugendwohnen

  • Herstellung von verlässlichen Beziehungen zu dem Jugendlichen als Voraussetzung für den Aufenthalt im Jugendwohnen bzw. Fortführung der Arbeit mit den Jugendlichen
  • Unterstützung bei der eigenständigen Gestaltung des Alltags im Schulischen-, Beruflichen- und Freizeitbereich
  • Verbesserung der Lebenssituation und Förderung der individuellen Entwicklung
  • Sensibilisierung des Jugendlichen für die individuellen Bedürfnisse und die entwicklungsnotwendigen Entscheidungen und Anforderungen,
  • Förderung der familiären Beziehungen und Bindungen bzw. eines persönlichen und stabilen Netzwerkes
  • Unterstützung und Gewährleistung einer finanziellen Absicherung im Rahmen der beruflichen Ausbildung und des beruflichen Einstiegs
  • Herstellung bzw. Erhalt eines kontinuierlichen und alters- und entwicklungsgemäßen Bildungsangebotes (Schule, Ausbildung) und Vermittlung und Begleitung bei weiterführenden Angeboten zur Förderung (therapeutische oder medizinische Angebote)
  • gemeinsame Gestaltung von Übergängen (Schulwechsel, Ausbildung, Beruf, eigener Wohnraum)
  • Vermittlung von Kenntnissen über den Sozialraum
  • Förderung der Gesundheit
  • Förderung der sozialen Kompetenzen
  • Das Beschwerdemanagement wird gewährleistet durch persönliche Gespräche und der Möglichkeit mit dem Koordinator des Trägers zu führen.

Aufgrund des Aufnahmealters gewährleisten die Beteuungsstelle den täglichen Kontakt in einem festen zeitlichen Rahmen, um die notwendige Fürsorge und altersgerechte Aufsicht bzw. die unabdingbare Unterstützung zu garantieren.
Durch Einzeltraining lernen die Jugendlichen Strategien, wie sie mit schwierigen Lebenssituationen umgehen, welche Kompetenzen sie dafür haben und welche sie erwerben können. Letzteres passiert durch die Vermittlung zusätzlicher Angebote oder die Teilnahme an entsprechenden Projekten, die wir selbst initiieren.
Auch die Hilfeplanung und Hilfeumsetzung impliziert das Konzept zur Beteiligung.

Integration des Jugendlichen/jungen Menschen in den sozialen Nahraum

  • Bekanntheitsgrad in der Nachbarschaft steigern
  • Infrastruktur der Umgebung erkunden
  • Freizeitangebote der näheren Umgebung erkunden
  • Befürwortung und Unterstützung im Aufbau von Bekanntschaften und vor allem Freundschaften: individuelles, soziales Netz aufbauen

Der Übergang in ein selbständiges Leben muss in den meisten Fällen begleitet werden, um den Erfolg zu sichern. Der Betreuungsprozess knüpft an dem erreichten Stand an und findet erst einen Abschluss, wenn der /die Jugendliche in der neuen Lebenssituation sicher und souverän agiert. Dazu gehört auch die Kompetenz, Krisen durch eigene Strategien bewältigen zu können oder auf ein entsprechendes Netzwerk im persönlichen und professionellen Bereich zurück zu greifen.
Demnach kann jede/r Jugendliche nach dem Aufenthalt im Betreuten Jugendwohnen eine ambulante Weiterbetreuung erhalten.
Des Weiteren steht der Koordinator des Trägers als erfahrener Dipl. Sozialarbeiter und Mediator zur Verfügung, der innerhalb einer ¾ Stunde die Betreuungsstelle erreichen kann.

Ausschlusskriterien

  • der Drogenproblematik stecken und einen Entzug benötigen.
  • Tierquälerei (wenn in der Vorgeschichte der Jugendlichen auf Tierquälerei hingewiesen wird)
  • akute Gewalttätigkeit (bezieht sich auf Personen)

Elternarbeit
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist, wenn möglich, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem, der untergebrachten Jugendlichen, zu erreichen. Soweit möglich oder sinnvoll werden die Eltern in die Arbeit der Betreuungsstelle miteinbezogen. Dies wird im Rahmen der Hilfeplangespräche festgelegt. Der Betreuer geht davon aus, dass es für die Identitätsentwicklung des jungen Menschen wichtig ist, sich mit seinem Herkunftssystem auseinander zu setzen. Zur Auseinandersetzung des Jugendlichen mit seiner Vergangenheit gehört die direkte Arbeit mit den Eltern durch Informationsaustausch, die Biografie-Arbeit mit dem Jugendlichen und der je nach individueller Situation angemessene Kontakt zu seinem Herkunftssystem. Die Erfahrung zeigt, dass die Jugendlichen die Erlaubnis der Herkunftsfamilie benötigen, um sich in der Betreuungsstelle wohl fühlen zu können. Einem Loyalitätskonflikt der jungen Menschen soll so entgegengewirkt werden. Es werden aber auch Ablöseprozesse der Jugendlichen unterstützt, wenn der Kontakt zu der Herkunftsfamilie nicht möglich oder von dieser nicht gewünscht ist. Besuchskontakte können bei Bedarf, einmal monatlich und in einem Umkreis von 50 km begleitet werden. Für möglicherweise angestrebte häufigere Besuchskontakte zur Herkunftsfamilie, bemühen die Betreuer sich, in Zusammenarbeit mit Koordination und Jugendamt eine individuelle Lösung zu finden.

Partizipation und Beschwerdemanagement
Die Jugendlichen werden mit in die Alltagsgestaltung, Wochenplanung und Freizeitgestaltung einbezogen. Die jungen Menschen können nach Absprache Freunde in die Betreuungsstelle einladen. Das pädagogische Handeln wird mit den Jugendlichen altersadäquat wöchentlich reflektiert. Sie werden nach ihren Wünschen und Interessen bzgl. der Hilfeplanung befragt, welche im Entwicklungsbericht dokumentiert und im Hilfeplangespräch thematisiert werden. Zu Beginn jeder Maßnahme werden die Jugendlichen über die Rolle, der im Hilfeprozess beteiligten Erwachsenen, informiert. Die Jugendlichen haben jederzeit die Möglichkeit die Koordinatorin bzw. dem Koordinator telefonisch zu kontaktieren und erhalten schriftliche Informationen über ihre Rechte und Möglichkeiten der Beschwerde.
Es wird zwischen dem Koordinator bzw. der Koordinatorin und den Jugendlichen ein Vertrauensverhältnis erarbeitet und ihnen, in regelmäßig stattfindenden Einzelgesprächen, die Möglichkeit gegeben, ggf. ihre Probleme in der Betreuungsstelle zu thematisieren. Die Koordination wird bei Bedarf, Gespräche mit allen Beteiligten einfordern und dokumentieren und das belegende Jugendamt informieren.

Qualitätssicherung/ Begleitung durch den Träger
Die Betreuungsstelle wird im 14-tägigen Rhythmus von der Koordinatorin bzw. dem Koordinator des Trägers besucht.
Die Koordinatorin/ der Koordinator gibt den Jugendlichen Raum und Zeit Nöte, Ängste oder Sorgen mitzuteilen. Den Betreuern steht die Koordination beratend zur Seite. In Krisensituationen ist die Koordination jederzeit verfügbar, um vermittelnd tätig zu sein. Zur Qualitätssicherung werden monatlich, alle Ereignisse schriftlich in Form einer Memo festgehalten und an die Koordination weitergeleitet. Als Vorbereitung auf das möglichst halbjährlich stattfindende Hilfeplangesprächs wird von den Betreuern ein Entwicklungsbericht der Jugendlichen verfasst und dem belegenden Jugendamt vorgelegt.
Die Betreuer nehmen regelmäßig an Fortbildungen, abgestimmt auf die spezifischen Anforderungen der jeweilig aufgenommenen jungen Menschen und an Supervisionen teil, um die Qualität der Arbeit stetig verbessern zu können.
Die Einzelbetreuung ist ein stationäres Angebot nach §27 i.V.m., §§ 34,35,35a und 41 SGB VIII.

Stand März 2019