Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen

Projektstelle Much

Standort
Die Stadt Much befindet sich zu Füßen des Bergischen Landes. Much ist geprägt von grünen Landschaften, Hügeln, Tälern, Wäldern, sauberer Luft und zum Teil von Fachwerkhäusern. Durch die Bundesautobahn A4 gut angebunden, gehört Much zur Metropolregion Köln / Bonn. Much besitzt 3 Kindergärten mit 437 Plätzen. Darüber hinaus gibt es ein Schulzentrum von Grundbis Gesamtschule. Ein Gymnasium ist in Overath ansässig, welches mit Bussen gut zu erreichen ist. Auch ein Frühförder-Zentrum, Ergotherapeut und Logopäde sind hier direkt vor Ort. Für kleine Kinder ist Much wegen zahlreicher Vereine attraktiv, z. B. der Fanny-Hof, Musik-Frühförderung, Mutter-Kind-Turnen, Tanzvereine, Tennis, Theaterverein und Kinder Waldmaus Lehrpfad.

Innenwohnende Fachkraft
Die Betreuerin war als Erzieherin im integrativen Kindergarten und in einer Grundschule der Stadt Troisdorf für Kinder mit Förderbedarf tätig. Somit hat sie Erfahrung mit Kindern mit Autismus, Trisomie 21 und Kindern mit Lernschwächen. Dort kam auch ihr Therapiehund zum Einsatz.
Zuletzt arbeitete sie als geprüfte Tagesmutter im eigenen Haushalt und betreute zwei Kleinkinder im Alter von 9 Monaten und 3 Jahren. Zudem hat sie selber Erfahrung mit zwei Pflegeschwestern und der Ehemann hat einen Pflegebruder.
Der Betreuer ist gelernter Freileitungsmonteur und kommt so früh nach Hause, dass dadurch die Möglichkeit einer intensiven Betreuung besteht. Das Betreuerehepaar ist seit 20 Jahren verheiratet und hat ein gemeinsames Kind im Alter von 15 Jahren. Zur Lebensgemeinschaft gehört noch ein ausgebildeter Therapiehund.

Zielgruppe
Die Projektstelle nimmt ein Kleinkind im Alter von null bis drei Jahren im Haushalt auf, die aufgrund unterschiedlicher Problematik nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können. Möglich ist eine dauerhafte Unterbringung bis zur Erreichung der Selbständigkeit. Ebenso kann eine Rückführung in die Herkunftsfamilie erarbeitet werden. Fernziel der Arbeit ist die Hinführung zu einem autonomen und eigenverantwortlichen Leben.
Beleggröße: 1 Platz

Räumlichkeiten
Die 4-Zimmerwohnung im Erdgeschoss mit großer Terrasse und anliegendem Garten hat eine Wohnfläche von 105 m². Die 105 m² große Wohnfläche sind ein großes, sehr helles Wohnzimmer, eine Küche, ein Schlafzimmer für die Hausmutter und dem Ehemann und zwei Kinderzimmer. Ein Kinderzimmer bewohnt das eigene Kind. Das andere 18 m² große helle und neu gestaltete Kinderzimmer steht dem Pflegekind zur Verfügung. Dort findet man ausreichend viel Raum für Bewegung. Die Möbel sind neuwertig und ansprechendes, pädagogisches, sinnvolles Material sind vorhanden.
Es sind keine Sicherheitsrisiken im Kinderzimmer erkennbar – auch Kindersicherheitssteckdosen sind angebracht. Außerdem verfügt die großzügig geschnittene 4-Zimmerwohnung über ein Badezimmer und ein Gäste-WC. Die gesamte Wohnung ist dank zahlreicher Fensterelemente sehr lichtdurchflutet. Vom Wohnzimmer aus hat man mehrere Zugänge zur Terrasse mit einem Traumblick ins Grüne. Auch das Außengelände des Gartens ist gepflegt und dort kann das Kind seinen Lernprozess selbständig gestalten. Das Außengelände ist groß genug und wird von einem Gärtner stets gepflegt. Die Wiesenfläche rund ums Haus ist individuell nutzbar für Ballspiele, Wasserspiele im Sommer, zum Einsatz des Matschtisches oder Spielen mit dem Hund, einfach zum Toben und Ausruhen.

Pädagogisches Konzept/ Methoden
Die Projektstelle bietet eine liebevolle, verlässliche, intensive Betreuung und Zuwendung. Dies ist gerade in der Kennenlernphase von hoher Bedeutung. Gleichbleibende Bezugspersonen helfen dem Kind Bindung aufzubauen, welches die wichtigste Phase ist. Im Vordergrund steht an erster Stelle die Stabilisierung des Kindes. Eine gegenseitige Bindung aufzubauen ist die wichtigste Basis. Im Erziehungsalltag wird stetig sowohl der aktuelle wie auch der langfristige Bedarf des Kindes im Auge behalten. Auch das Kennenlernen einer familiären Atmosphäre trägt zum Wohl des Kindes bei. Die Betreuer werden im überschaubaren Rahmen klare Strukturen aufzeigen. Zur besseren Orientierung werden dem Kind Grenzsetzungen durch liebevolle Konsequenzen aufgezeigt. Wir wollen nicht so viele Regelsetzungen aufzeigen, damit diese von dem Kind auch eingehalten werden können. Unter Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes wird dieser erkannt und nachgeholt.
Dies ist zudem als weiteres Angebot auch im Förderzentrum Much möglich. Dieses Förderzentrum bietet den Kindern die Möglichkeit der Förderung in den ersten Lebensjahren bis zum Eintritt in die Schule.
Die dort angebotenen Förderangebote unterstützen die Kinder in der Entfaltung ihrer motorischen, geistigen, sensorischen, sozialen und sprachlichen Fähigkeiten und haben die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit zum Ziel. Jede Maßnahme im externen Frühförderzentrum in Much ist individuell auf das einzelne Kind und seine Familie zugeschnitten. Dieses Zentrum bietet auch Turnen, einen Wandertag, Angebote in der Gruppe und Ausflüge für die Kleinen an.
In der Projektstelle werden lebenspraktische Fähigkeiten, Normen und Werte vermittelt. Das Kind soll somit soziale Kompetenzen erlangen.
In der näheren Umgebung werden die Betreuer verschiedene Angebote mit dem Kleinkind nutzen. In Much werden außer dem Frühförderzentrum noch weitere Angebote wie z. B. der Eltern-Kind- Kurs Kidix angeboten. Dies ist eine Krabbel- und Spielgruppe mit Musik, Spiel und Basteln. Diese Gruppe betrifft die Kinder im Alter von 1 – 3 Jahren. Dort wird nicht nur gespielt sondern auch entdeckt, erforscht und die Kinder können da Freunde finden. Des weiteren singen die Kleinen dort und sind miteinander kreativ.
Ebenfalls wird extern angeboten Kinderturnen, Judo, Tennis, Kinder- und Babyschwimmen, Reiten auf dem Fanny Hof, therapeutisches Reiten und je nach Alter auch Mithilfe auf dem Gnadenhof.
Das Betreuerpaar hält auch viel von musikalischer Früherziehung. Erlernt wird das Angebot im katholischen Familienzentrum St. Martinus in Much.
In spielerischen Lernprozessen und mit viel Spaß an der Sache werden dort viele Bereiche der Musik angesprochen. Die Kinder lernen da den Gesang von kindgemäßem Liedgut, Tanz und Bewegung in improvisierten und einstudierten Übungen. Auch das Instrumentalspiel auf Orffschen Instrumenten (Glockenspiel, Metallophon, Xylophon, Klingende Stäbe aus Holz und Metall). Außerdem werden in den Kursen Sinnesschulungen durch gezielte Sprach- und Hörübungen durchgeführt. Erste Notenübungen und allgemeines Musikwissen und zusätzliche Faktoren wie Konzentrationsfähigkeit und soziales Lernen können dort erworben werden.
Bei allem Tun des Kindes wird es von dem Betreuerehepaar auf seinem Weg begleitet und unterstützt. Kinder brauchen Zeit, Liebe und Verständnis. Durch die tiergestützte Therapie mit dem 9 Jahre alten ausgebildeten Therapiehund der Familie wird das Sozialverhalten und die eigene Körperwahrnehmung positiv beeinflusst. Außerdem erleichtert der Hund die Kontaktaufnahme und verbessert das Wohlbefinden des Kindes. Als Lernbegleiter in einer Grundschule wurde Antonia eingesetzt und hat sich hinsichtlich dieser Aufgabe mit den Kindern, die unter anderem Verhaltensauffälligkeiten zeigten, gut bewährt. Wiederkehrender Rhythmus z.B. abends eine Geschichte vorlesen sind wichtig für das Kleinkind.
Das eigene zur Verfügung gestellte Kinderzimmer dient als Ort des Schutzes, Ausruhens und Ankommens. Die Raumgestaltung ist den altersentsprechenden Bildungsinteressen angepasst.
Wenn möglich wird der Kontakt mit den Herkunftseltern unterstützt.

Qualitätssicherung/ Begleitung durch den Träger
Die Projektstelle wird regelmäßig von dem zuständigen Koordinator des Trägers besucht. Den Betreuern steht die Koordination beratend zur Seite. In Krisensituationen ist der Koordinator von Quo Vadis jederzeit verfügbar. Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist, wenn möglich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Herkunftssystem des bei uns untergebrachten Kindes.
Soweit möglich oder sinnvoll werden die Eltern in die Arbeit der Projektstelle mit einbezogen. Dies wird im Rahmen der Hilfeplangespräche festgelegt. Die Betreuer gehen davon aus, dass es für die Identitätsfindung und Entwicklung des Kindes wichtig ist, sich mit seinem Herkunftssystem auseinanderzusetzen. Zur Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Vergangenheit gehört auch die direkte Arbeit mit den Eltern oder Großeltern durch Informationsaustausch. Laut Erfahrung steht fest, dass die Kinder die Erlaubnis ihrer Herkunftsfamilie benötigen, um sich in der Betreuungsstelle wohl fühlen zu können.
Zur Qualitätssicherung werden monatlich alle Ereignisse schriftlich in Form einer Memo festgehalten und an die Koordination weitergeleitet.
Als Vorbereitung auf das möglichst halbjährlich stattfindende Hilfeplangespräch wird von den Betreuern ein Entwicklungsgespräch verfasst und dem belegenden Jugendamt vorgelegt.
Die Betreuer nehmen regelmäßig an Fortbildungen - abgestimmt auf die spezifischen Anforderungen des jeweilig aufgenommenen jungen Kindes - und an Supervisionen teil, um die Qualität stetig verbessern zu können.

Stand Mai 2019