Betreuungsstellen - Clearing - Reiseprojekte

ICE - Intensive Clearing Expedition

ist ein Reiseprojekt für männliche Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren, das sich in der Konzeption und Planung individuell aus deren Biographie sowie momentanen Lebenssituation inspiriert.

Die Expedition im herkömmlichen Sinne war eine Entdecker- und Forschungsreise, die der Ergänzung des unvollkommenen Bildes der Erde diente, bzw. um bereits bekannte Grenzen für eigene Interessen zu erweitern.

Genau dieses Spiel mit der Metapher wirkt sich hier bereits bei der Planung, später dann während der eigentlichen Expedition und damit auf den gesamten Prozessverlauf als besonders förderlich aus.

In einer 1 zu 1 Betreuung (Reisebegleiter und Reisender) macht sich das Team auf den abenteuerlichen Weg ins Unbekannte.
Gemeinsam mit dem Jugendlichen werden Absicht, Zweck und Ziel dieser Unternehmung erarbeitet.

Darüber hinaus gehören die Wahl des Reisemediums (zu Fuß, Bahn, Auto oder Fahrrad), der Route auf noch bekanntem Boden bis zur “Grenze”, der logistischen Aspekte (Budget, Ausrüstung, Zeit etc.), der Expeditionsregeln und der Dokumentation (Film, Tagebuch) zu den vorbereitenden Maßnahmen bei denen der Jugendliche und sein System, soweit möglich, mit in die Verantwortung genommen werden.

Natürlich hat die Frage “Was und wie bringe ich die gefundenen Schätze nach Hause?” (Transfer und Integration von Lerner-fahrungen, Lebens- und Alltagsvisionen) eine besondere Gewichtung, die aber erst während des fortlaufenden Prozesses zum Tragen kommen wird.

Die Expeditionen dauern in der Regel zwischen zwei und sieben Wochen, sehen immer mindestens einen Wildnisaufenthalt (1 bis 7 Tage) vor und führen im Kontrast dazu durch diverse fremde Kulturräume.

In diesem Kontext steht die Wildnis für einen authentischen und kompromisslosen Lebenslernraum, welcher zu Beginn Unsicherheit und Verlorenheit emotional auslösen, nach einer Orientierungs- und Bewältigungsphase aber auch Schutz und Stärkung des Selbstvertrauens spenden kann.
Aus dieser Bewegung heraus wieder in der Zivilisation mit ihrer, wenn auch fremden Kultur einzutauchen, gibt dem Jugendlichen ein Gefühl von nach Hause kommen. Hier spielt sich das soziale Leben ab, an dem man teilhaben kann, sofern die jeweils gültigen Regeln eingehalten werden. Hier hat der Jugendliche gute Chancen, weil er wie ein noch unbeschriebenes Blatt aus dem “Wald herein weht”.

Budgetierte Selbstversorgung, Schlafen im Caravan oder eigenem Zelt, Hygenie trotz einfacher Bedingungen, Entzug von modernen Kommunikations- und Spielmedien, etc. sind teils große Herausforderungen für den Jugendlichen, die er anfangs nur mit Unterstützung seines Begleiters meistern wird. Im Maße der Verselbstständigung des Jugendlichen wächst sein Selbstvertrauen und seine Beziehungsfähigkeit zu seiner Umwelt.

Die Filmkamera dient während der Expedition als “drittes Auge” und generiert Material für eine Dokumentation. Im Einverständnis mit dem Jugendlichen und mit seiner Partizipation kann daraus eine Verfilmung seines persönlichen lebensverändernden Abenteuers werden. Die Präsentation seines Films kann bei dieser Konzepterweiterung ein wichtiger Zukunftsanker sein, der den Prozessverlauf nicht unwesentlich beeinflussen kann.

Sprachliche Barrieren, Orientierung in der Fremde, unvorhergesehene Wechsel von Bewegung und Stillstand sowie das Spiel von Nähe und Distanz zum Betreuer fordern von dem Jugendlichen Kreativität, Improvisationsvermögen, Flexibilität, Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin in konzentrierter Form.

Das ist der Preis! Der Lohn sind Erfolgsmomente, die zu authentischen und für ihn verwertbaren Lernerfahrungen werden. Beziehungsfähigkeit und Vertrauensbildung sind dabei Neben-effekte, die für den Transfer in den Alltag und die Nachhaltigkeit einer derartigen Maßnahme Voraussetzung sind.

Die Antwort auf die Frage der Rückführung und Reintegration bzw. der weiteren fachlichen Betreuung des Jugendlichen hängt generell sowohl von den Ergebnissen der Expedition als auch vom Entwicklungsstand des Herkunftsystems ab. Dies gilt es individuell und den Ansprüchen aller Beteiligten entsprechend zu berücksichtigen.

Betreuer

Für die Betreuung dieser Expeditionsmaßnahme steht eine männliche lebenserfahrene und authentische Person zur Verfügung(Jhg. 62).

Verstand: Ausgebildet zum systemischen Erlebnispädagogen und Naturtherapeut sowie langjähriger Lehrtrainer für Outward Bound u. a.;

Hand: Kompetent in den Natursportarten Angeln, Kanuwandern, Segeln, Surfen, Trekking, Schneeschuhlaufen, Fahrradtrekking, Skitouren;

Herz: Vater von zwei Söhnen;