Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen



Betreuungsstelle Simonsstraße

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Verhaltens- und Entwicklungsstörungen die nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie leben können und eines dauerhaften, individuellen und familiären Bezugsrahmens bedürfen. Die Unterbringung kann bis ins frühe Erwachsenenalter und bis zur Erreichung der größtmöglichen Selbstständigkeit erfolgen. Je nach individuellen Fall ist eine jederzeitige Rückführung in die Herkunftsfamilie möglich.

In der Regel haben die Jugendlichen, die mit diesem Angebot betreut werden, schon andere Formen der Jugendhilfe erlebt.
Das Leben in den Betreuungsstellen soll durch großmögliche Kontinuität in Versorgung und Zuwendung und durch ein emotional angenehmes Klima geprägt sein.
Die Betreuer nehmen das Kind/den Jugendlichen als individuelle, eigenständige Persönlichkeit in seiner jeweiligen Situation an und begegnen ihm mit Achtung und Respekt.

Auf der Grundlage klarer Strukturen und innerer Ordnung wird pädagogisch konsequentes Vorgehen möglich. So ist ein Rahmen gegeben, in dem sich ein sozialpädagogisches orientiertes und ge-zielt reflektiertes Gemeinschaftsleben entfalten kann. Die Mög-lichkeit der Auseinandersetzung mit differenzierten Gewohnheiten, Meinungen, Werten, Prägungen und Glaubensrichtungen bieten die Basis für eine Befähigung zu eigenständiger und verantwortlicher Lebensführung. Im Blickpunkt der Förderung steht die Entwicklung sozialer Kompetenz und die berufliche Integration.
Damit ist die gesamte Bandbreite des Alltagslebens, möglichst nah an der Realität des einzelnen, des einzelnen Jugendlichen gemeint.
Es wird den Jugendlichen Raum gegeben, sich auf neue Beziehungs- und Verhaltensmuster einzulassen, um sich selbst als wertvoll wahrzunehmen und sich positiv zu erleben. Erst durch das wachsen von Selbstsicherheit und Vertrauen, Eigenverantwortung und Orientierung können erzieherische Defizite kompensiert werden.
Das enge Zusammenleben mit den Betreuungs- und Bezugspersonen ermöglicht das Lernen von sozialen Beziehungen und Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft mit anderen.

Pädagogisches Konzept

Das Ziel ist eine möglichst selbstbestimmt, eigenverantwortlich denkende und handelnde Persönlichkeit, die in der Lage ist, eigene Entscheidungen zu treffen und Ideen zu entwickeln, damit sie sich als Erwachsene selbstbewusst in die Gesellschaft eingliedern kann.

Bindung aufbauen

  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Aufbau eines positiven, realistischen Selbstwertgefühls
  • Aufbau sozialer Kompetenzen
  • Erlernen von lebenspraktischen Fähigkeiten
  • Entwicklung von Moral und Bewusstsein für Werte
  • Umgang mit Konflikten, Frustration und Schwierigkeiten erlernen
  • Förderung der sprachlichen, kognitiven, motorischen, emotionalen und künstlerischen Fähigkeiten
  • Ganzheitlich Lernen
  • Regelmäßige Schulbesuche, Ausbildung
  • Gezielte Freizeit- und Feriengestaltung
  • Verselbständigungen

Standort

Im Herzen von Wuppertal Elberfeld im Stadtteil Arrenberg befinden sich zwei Wohngruppen mit insgesamt 9 Plätzen, ca. 5 min von der Innenstadt entfernt. Alle sozialen und kulturell relevanten Einrichtungen (Schulen/Jugendhaüser etc.) sind für die Jugendlichen bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln zuerreichen.

Betreuer

Die Qualität der Betreuung ist durch regelmäßig, halbjährlich stattfindende Hilfeplangespräche, der kontinuierlichen Erstellung von Dokumentationen bzw. Erstellung und Überprüfung eines Erziehungsplans gewährleistet.
Zusätzliche regelmäßige Supervisionen, Fort- und Weiterbildung werden zur Qualitätssteigerung vorausgesetzt.

Verselbständigung

Jugendliche und Erwachsene – in der Regel mind. 13 Jahre alt - die aus verschiedensten Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie oder in ihrer bisherigen Unterbringungsform leben können.
Im Blickpunkt der Förderung steht die Entwicklung sozialer Kompetenz und die berufliche Integration.

Die jungen Menschen erhalten praktische und pädagogische Anleitung zur Einübung von Versorgung und Verselbständigung im Alltag. Beratung und Planung der weiteren schulischen Entwicklung. Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Schul- und/oder Ausbildungseinrichtungen. Hilfe bei der Klärung beruflicher Perspektiven, Unterstützung bei berufsbegleitenden Maßnahmen, Lehrstellensuche und Praktika. Generell wird eine enge Kooperation mit Lehrern, Ausbildungsinstitutionen und ArbeitgeberInnen angestrebt.
Angeboten werden Hilfen zur konkreten Gestaltung von Tagesabläufen. Bedeutsam ist das Vorhandensein von genügend Freiraum für individuelle Alltagsgestaltung und persönliche Erfahrung. Fähigkeiten zur kreativen Freizeitgestaltung werden gefördert und unterstützt.
Die Planung des Betreuungsrahmens und -prozesses richtet sich nach dem Ressourcenstatus des jungen Menschens.
Die Anbindung des Jugendlichen in Verselbständigung wohnend ist gewährleistet durch die Begleitung eines festen Bezugsbetreuers, in unmittelbarer Nähe zu zwei Betreuungsstellen (in Sichtweite) und einer engen Kommunikation mit dem jeweiligen Jugendamt, um ein individuelles auf den Jugendlichen konzipiertes Setting zu gewährleisten.

Partizipation

Die Kinder und Jugendlichen können jederzeit ihre Wünsche anbringen, z.B. was die Freizeitgestaltung betrifft, oder auch Kritik äußern. Die Pädagogen fragen die Kinder und Jugendlichen regelmäßig nach ihren Wünschen und nehmen diese auch ernst und setzen sie, wenn möglich, um. Freizeitaktivitäten werden mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam geplant.
Vor den Hilfeplangesprächen wird ein Entwicklungsbericht erstellt, wo je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen, ebenfalls die Möglichkeit besteht, sich einzubringen und Wünsche zu formulieren. Diese werden dann im HPG gemeinsam mit dem Jugendamt besprochen.

Beschwerdemanagement

Die Jugendlichen können sich jederzeit im Einzelgespräch an die Leitung wenden und Wünsche sowie Befindlichkeiten vortragen. Wenn erforderlich, führt die Leitung vermittelnde Gespräche zwischen den Kindern und Jugendlichen und den Pädagogen.