Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen

Betreuungsstelle Wuppertal Ronsdorf

Die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft bietet 2 Plätze, im Betreuungsschlüssel 1:2.

Zielgruppe

Die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft ist geeignet für Mädchen und Jungen von ca. 3 Jahren bis zu einem Aufnahmealter von ca. 16 Jahren. Ein gewisses Maß an Bindungsfähigkeit der Kinder- und Jugendlichen ist Voraussetzung, so dass eine Aufnahme in dieses sehr dichte, familiäre Setting angemessen scheint.

Ausschlusskriterien

Ausschlusskriterien sind sehr hohes aggressives Potenzial, akute Drogenabhängigkeit und akute Suizidgefahr.
Standort
Das Haus befindet sich in einem schön gelegenen Wohngebiet in Wuppertal-Ronsdorf mit einer 1 bis 2-Familienhausbebauung. Spielplätze, Kindergärten, ein Gymnasium, Grund-, Haupt-, und Gesamtschule sind in unmittelbarer Nähe. Eine Kinder -und Jugendpsychiatrie ist nur wenige Kilometer entfernt.

Räumlichkeiten

Das Haus hat eine Gesamtwohnfläche von 145 qm, verteilt auf 4 Ebenen. In der ersten Etage befinden sich die Gemeinschaftsküche mit großzügigem Ess- Wohnbereich und Zugang zum 500 qm großem Garten, der viel Raum zum Spielen oder auch nur zum Entspannen bietet. Jedes aufgenommene Kind/Jugendlicher bewohnt ein ausreichend großes Einzelzimmer. Die Kinder/ Jugendlichen teilen sich ein eigenes Badezimmer. Zur Familie gehört auch ein lieber Schäferhund-Collie Mischling.

Betreuerprofil

In der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft leben eine Sozialpädagogin und ein staatlich anerkannter Familienpfleger in einem familiären Setting gemeinsam mit den aufgenommenen Kindern/Jugendlichen. Beide verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich der stationären Jugendhilfe.
Die Sozialpädagogin verfügt darüber hinaus auch über Berufserfahrung in der stationären psychiatrischen Betreuung. Sie ist aktive Sportlerin (Kickboxen, Aerobic) und ist motiviert diese Ambition für den Sport auch an die Kinder/Jugendlichen weiterzugeben. Zudem ist sie ausgebildete Entspannungspädagogin für Autogenes Training, Phantasiereisen und Progressive Muskelrelaxation. Der Familienpfleger verfügt neben der langjährigen Erfahrung in der stationären Jugendhilfe auch über eine handwerkliche Ausbildung.
In seiner Freizeit beschäftigt er sich gerne mit dem Konstruieren und Reparieren von Dingen, die im Alltag von Nutzen sind. Er gibt seine
handwerklichen Fertigkeiten gerne an die Kinder/Jugendlichen weiter. Desweiteren kocht er sehr gerne und achtet dabei auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung.

Pädagogische Zielsetzungen

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie
  • Entdecken der eigenen Stärken und Fähigkeiten
  • Versöhnung mit der familiären Geschichte und dem eigenen defizitären Verhalten
  • Verselbständigung, Einbeziehung der Jugendlichen in hauswirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten
  • Erarbeiten von schulischen und beruflichen Perspektiven
  • Integration in eine neue soziale Umgebung

Die pädagogische Arbeit ist gekennzeichnet durch:

  • systemische Grundlagen
  • biografisches Arbeiten mit den Kindern/Jugendlichen
  • Vermitteln von transparenten Strukturen
  • Entwickeln einer positiven Lebensperspektive
  • Einüben sozialer Kompetenzen
  • Kennen lernen und fördern eigener Stärken

Externe Fachdienste werden bei Bedarf nach Absprache angefragt. Eine gute professionelle Vernetzung ist vorhanden.

Pädagogische Grundhaltung

Die pädagogische Arbeit der Projektstelle hat die Bindungstheorie als Grundlage. Durch das Angebot einer längerfristigen stabilen Bindung können vorherige, verunsichernde Bindungserfahrungen verarbeitet und korrigiert werden. Die Pädagogin hat Erfahrungen in der Heimerziehung und ist überzeugt, dass für sehr viele Kinder das Leben in einer SPLG, nach dem pädagogischen Grundgedanken des Bindungsmodells, ein fachlich wirkungsvoller Ort von Fremderziehung ist.
Desweiteren ist den Betreuern Wertschätzung der Kinder/Jugendlichen sehr wichtig. Wertschätzung durch andere zu erfahren, ist oft der erste Schritt auf dem Weg zur Selbstakzeptanz. Durch sie können Erfahrungen von Ohnmacht, Hilflosigkeit und dem Erleben von Selbstwertverlust und Unwirksamkeitserfahrungen erste Korrekturen erfahren. Im Bezug auf schwierige Verhaltensweisen der Kinder/Jugendlichen arbeiten die Betreuer nach der Annahme „des guten Grundes“. Sie versuchen mit den Kindern die „guten Gründe“ für ihre schwierigen Verhaltensweisen zu suchen und zu verstehen. Die Betreuer bewerten die „störenden, schwierigen“ Verhaltensweisen als normale Reaktion auf bisherige unnormale Lebenssituationen und wertschätzen und würdigen sie als „Überlebensleistung“, ohne dabei mit diesem Verhalten einverstanden zu sein.

Anbahnungsphase
In der Anbahnungsphase mit den aufzunehmenden Kindern, bzw. Jugendlichen finden in Zusammenarbeit mit dem jeweils belegenden Jugendamt verschiedene Kennenlerntermine statt. Je nach Absprache können diese zunächst an einem neutralen Ort, oder in der Einrichtung, in der die Kinder, bzw. Jugendlichen zu dem Zeitpunkt leben und später dann in der SPLG statt finden. Die Kinder, bzw. Jugendlichen haben in diesem Prozeß ein Mitspracherecht.

Elternarbeit

Elternarbeit wird in der Lebensgemeinschaft grundsätzlich positiv gesehen, da die Einbindung des Herkunftssystems für die Identitätsfindung der Kinder und Jugendlichen sinnvoll ist. Die Eltern der Kinder bleiben nach wie vor ihre Eltern und sind somit weiterhin ein wichtiger Punkt im Leben der Kinder und Jugendlichen. Im Kontext zwischen Herkunftsfamilie, professioneller Fachfamilie und den Kindern und Jugendlichen können viele Themen aufkommen. So können bspw. Loyalitätskonflikte der aufgenommenen Kinder und Jugendlichen zwischen leiblichen Eltern und den pädagogischen Mitarbeitern der sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft auftreten. Diese Thematik wird fachlich vom Koordinator begleitet. Er berät diesbezüglich die Betreuer der SPLG, führt gegebenenfalls Gespräche mit dem Herkunftssystem der Kinder und Jugendlichen und dem belegenden Jugendamt. Falls erforderlich, kann es im Hilfeplangespräch thematisiert werden und dort können Regelungen vereinbart werden. Nach Absprache sind die Pädagogen der SPLG bereit Elternkontakte zu den Kindern/Jugendlichen zu begleiten. Elternkontakte werden individuell, nach gemeinsamer Absprache mit dem belegenden Jugendamt sowie dem Vormund/in, geleistet.

Weiterbildung/Supervision

Neben der Begleitung durch den Koordinator, wird durch den Träger Supervision und Weiterbildung angeboten, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden.

Zusammenarbeit mit dem Träger

Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Träger. Dieser beauftragt einen Koordinator, welcher sich intensiv um die pädagogische Lebensgemeinschaft kümmert. Er ist Ansprechpartner, sowohl für die Betreuer als auch für die Kinder und Jugendlichen und für die Jugendämter. Es findet ein regelmäßiger Informationsaustausch über Telefon und E-Mails statt. Die Betreuer der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft haben die Handynummer des Koordinators. Der Koordinator besucht die Stelle in der Regel 14-tägig. Der Koordinator der Lebensgemeinschaft ist Diplom-Pädagoge und Erzieher und verfügt über eine familientherapeutisch-systemische Zusatzausbildung.

Partizipation

Die Kinder und Jugendlichen können ihrem Alter entsprechend jederzeit ihre Wünsche anbringen, z.B. was die Freizeitgestaltung betrifft oder auch Kritik äußern. Die Pädagogen fragen die Kinder und Jugendlichen regelmäßig nach ihren Wünschen und nehmen diese auch ernst und setzen sie, wenn möglich, um. Zum Beispiel dürfen die Kinder/Jugendlichen bei der eigenen Zimmergestaltung mitwirken. Freizeitaktivitäten werden mit den Kindern undJugendlichen gemeinsam geplant. Die Kinder und Jugendlichen haben altersgemäß entsprechend die Möglichkeit das Konzept zu lesen, an Hilfeplangesprächen teilzunehmen und die Entwicklungsberichte werden vor dem Hilfeplangespräch gemeinsam besprochen.
Die Pädagogin unterstützt die Kinder/Jugendlichen bei dem Wunsch einer regelmäßigen, sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachzugehen, wie z. B. der Besuch eines Sportvereins. Freunde der Kinder sind als Besuch in der SPLG willkommen. Einmal pro Woche findet ein „runder Tisch“ statt, bei dem jeder die Möglichkeit hat, wichtige Anliegen und Wünsche vorzutragen.

Beschwerdemanagement

Der Koordinator der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft bietet durch die in der Regel 14tägigen Hausbesuche ein Vertrauensverhältnis für die Kinder- und Jugendlichen als unabhängiger Ansprechpartner außerhalb der pädagogischen Lebensgemeinschaft. Bei jedem Hausbesuch verbringt der Koordinator, neben den Gesprächen mit den Pädagogen, auch immer Zeit mit den Kindern- und Jugendlichen alleine. Je nach Entwicklungsstand der Kinder- und Jugendlichen findet dieser Kontakt mit spielen oder mit Gesprächen statt. In den Einzelgesprächen werden die Kinder und Jugendlichen von dem Koordinator zu ihren Belangen und Wünschen befragt. Wenn erforderlich, führt der Koordinator vermittelnde Gespräche zwischen den Kindern und Jugendlichen und den Pädagogen. Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen erhalten diese die Handynummer des Koordinators und können ihn im Bedarfsfall anrufen.

Rechtsgrundlage

Rechtsgrundlage für die Aufnahme in der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft sind § 34 und § 41 KJHG

Stand: Januar 2019