Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen

Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft Solingen-Wald

Die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft Solingen Wald bietet 3 Plätze im Betreuungsschlüssel 2:1 für Kinder im Aufnahmealter 3-8 Jahre.

Zielgruppe
Die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft Solingen Wald ist ein Hilfsangebot für Kinder, welche nicht in ihren Ursprungsfamilien aufwachsen können und somit ein hohes Maß an emotionaler Zuwendung benötigen. Die zu betreuenden Kinder sollten ein gewisses Maß an Bindungsfähigkeit aufzeigen.
Sie bietet Mädchen und Jungen von Geburt an bis ca. 8 Jahren eine intensive und familienanaloge Wohnform an. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass eine Erzieherin, ihr Ehemann und zwei gemeinsame Kinder ( geb. 1996, 1999, und 2001), ein Kind in ihre Familie aufnehmen und in das tägliche Geschehen integrieren und deren Lebenslauf förderlich begleiten.
Gerade für jüngere Kinder ist diese Unterbringung geeignet, da es für sie einer geborgenen, überschaubaren und familiären Atmosphäre bedarf. Eine dem Entwicklungsstand entsprechende Betreuung und Förderung wird hier im Rahmen dieses geschützten Umfeldes professionell ermöglicht. So wird den Kindern eine Zukunft mit Werten und Sinnhaftigkeit innerhalb einer intensiven, sicheren und stabilen Familienstruktur angeboten.
Es handelt sich um ein Regelplatzangebot mit einem Betreuungsschlüssel von 1:2.

Standort
Die Betreuungsstelle Bende befindet sich in Solingen-Wald, in einer kleinen Einfamilienhaussiedlung am Rande des Ittertals. Die Siedlung ist umgeben von Feldern und grenzt an einen Wald. Dort gibt es vielseitige Freizeitmöglichkeiten. Das Freibad und die Eislaufbahn sind fußläufig zu erreichen. Die Stadtzentren von Solingen-Wald und Haan sind drei Kilometer entfernt, Haan kann gut mit dem Fahrrad erreicht werden. Im nahen Umkreis liegen ferner Kindergärten, Grund- und weiterführende Schulen.

Räumlichkeiten
Allen Bewohnern in dem Einfamilienhaus steht ein eigenes Zimmer zur Verfügung, so dass Individualität und Intimität gewährleistet ist. Die Möblierung und Gestaltung der Zimmer orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder. Alle anderen Räumlichkeiten stehen selbstverständlich allen Bewohnern zur Verfügung.
Der Garten um das Haus lädt zum spielen, toben, verstecken, klettern oder einfach nur zum Seele baumeln ein. Die Straße in der Siedlung wird gerne zum Fahrrad und Inlineskate fahren, sowie Spazierengehen genutzt.

Betreuerprofil
Die innenwohnende Fachkraft der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft ist Erzieherin und Yogalehrerin. Gemeinsam mit ihrem engagierten Ehemann (berufstätig) gestaltet sie die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft seit 2010.
Die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft zeichnet sich durch ein sehr intensives, vertrautes und selbstverständliches Zusammenleben aus. Es findet eine professionelle Betreuung des jeweiligen Kindes, mit seiner sehr individuellen Wesensart, im familiären Kontext statt. Ist doch Beziehung die Basis, um emotionale und soziale Defizite auszugleichen und eine eigene Lebensperspektive zu entwickeln, um sich darin individuell gestärkt wahrzunehmen.
Dieses Wissen hat sich die Fachkraft zu Eigen gemacht und gestaltet die Begleitung der aufzunehmenden Kinder unter diesen Überzeugungen.
Hierfür nutzt sie feste Rituale, klare Strukturen und bedingungslose Anteilnahme für alle Familienmitglieder. Wichtig ist der Pädagogin, welche auch über eine langjährige und fundierte Yogalehrerausbildung verfügt, die Kinder ganzheitlich zu begleiten. Das schließt regelmäßige und ausgewogene Ernährung, Entfaltung der eigenen Kreativität durch Betätigung, eine gute Balance zwischen Aktivität und Entspannung, sowie Dankbarkeit gekoppelt mit Freude im Alltag zu erleben, ein.
Die Fachkraft überträgt den Kindern alters adäquat Verantwortung für das gute Gelingen im Zusammenleben. Dazu gehören kleinere Aufgaben und Mithilfe. Vielmehr ist doch der von gegenseitiger Wertschätzung geprägter Umgang miteinander und die Entwicklung empathischer Fähigkeiten ihr Hauptaugenmerk.
In dem Mitgefühl vorgelebt wird, können die Kinder sich selbst darin üben und erfahren, wie sich solch eine Haltung stärkend auf sich selbst auswirkt. Sie hilft, im Hinblick auf die Mitmenschen, den Kindern die Möglichkeit zu geben, so zu sein, wie sie sind.

Pädagogischer Ansatz
Jedes Kind, jeder Mensch stellt eine Welt für sich da. Die eigentliche Lebensgeschichte ist einzigartig und ermöglicht doch auch immer eine Entwicklung. Allen Biographien ist gemein, dass sie bestimmten Prozessen und Entwicklungen unterliegen.
Wenn es jedoch zu Krisen kommt, so dass die natürlich angelegte Bindungskompetenz gestört wird, bedarf es Hilfe, diese schwächenden Erinnerungen durch neue Beziehungserfahrungen zu korrigieren. Genau dieses Möglichkeit möchte die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft den zu betreuenden Kindern bieten.
In dieser Gemeinschaft aufzuwachsen, bietet den Kindern sehr viel Raum, um im geschützten Rahmen Begegnungen kontinuierlich zu gestalten. Sie enthält ein großes Potential, welches die Kinder für eine gesund Entwicklung ihrer Persönlichkeit nutzen können. Dieser individuelle Ansatz umfasst die leiblichen, seelischen und geistigen Qualitäten eines Menschen, die ineinander wirken.
Zuerst einmal werden die Grundbedürfnisse des Kindes befriedigt. Es findet eine alters entsprechende Körperhygiene statt, eine jahreszeitlich angemessene Bekleidung und eine kindgerechte Beteiligung im familiären Alltag (z.B. Mithilfe in der Kochsituation oder Gestaltung des eigenen Zimmers) werden geboten. Pädagogisch wertvolles Spielmaterial für Innen und auch für den Garten ermöglicht dem Kind sich im Spiel mit allen Sinnen zu entfalten.
Es finden gemeinsame Mahlzeiten statt. Das miteinander Aufstehen in der Früh, die Vormittagsgestaltung, die Mittagsruhe, die Gestaltung des Nachmittags und die Zu Bett Gehzeit unterliegen einem klaren und geschützten Rahmen. So erfährt das Kind in einem sicheren sozialen Gefüge einen rhythmisch verlaufenden Tagesablauf und regelmäßige Rituale, an welchen es es gut Halt und Orientierung finden kann.
In einer von Kontinuität, Rhythmus und Fürsorge geprägten Atmosphäre können die Kinder Vertrauen aufbauen und es wird ermöglicht, sich mit all ihren Facetten zu zeigen, um sich auch mit Defiziten gekoppelt an die eigene Biografie auseinander zu setzen. Durch dieses bewusste Erleben und Mitgestalten des Verlaufs von Tages-, Monats- und Jahreslauf ist eine Erfahrung von Beständigkeit und Sicherheit möglich.
Neben diesen eher äußeren Rahmenbedingungen werden die emotionalen, sozialen, intellektuellen, sowie körperlichen Komponenten der persönlichen Entwicklung des Kindes besonders beachtet.
Voraussetzung für eine Unterstützung des Kindes ist, dass es die Chance bekommt in einer von Offenheit, Anerkennung und Zuwendung geprägten Atmosphäre, sich auf neue Situationen und Begegnungen und auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie einlassen zu können. Deshalb ist der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft dieser Ansatz von großer Bedeutung.
Das Kind hat anhand der eigenen Kinder der Pädagogin und ihrem Ehemann die Möglichkeit zu beobachten, wie mit Misserfolg, Enttäuschung, Kummer, Konflikte und Krankheit umgegangen wird. Es erfährt, wie es möglich ist, eigene Bedürfnisse, Lösungen und Wünsche zu formulieren.
Der gesunde Umgang mit den Herausforderungen des Lebens, im Wissen um den Halt durch das gemeinschaftliche Gefüge der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft, kann das Kind dazu ermutigen, seine bisherigen Erfahrungen im sozialen, emotionalen und psychischen Empfinden konstruktiv zu erweitern.

Ausschlusskriterien
Ausschlusskriterien für die Aufnahme eines Kindes in die sozialpädagogische Lebensgemeinschaft sind psychiatrische Indikationen, bei welchen ein hohes Aggressionspotential, sowie massive Fremdaggressionen, bekannt sind.

Elternarbeit
Elternarbeit wird von uns grundsätzlich positiv gesehen, da die Einbindung des Herkunftssystems für die Identitätsfindung der Kinder und Jugendlichen sinnvoll ist. Die Eltern der Kinder bleiben nach wie vor ihre Eltern und sind somit weiterhin ein wichtiger Punkt im Leben der Kinder und Jugendlichen.
Im Kontext zwischen Herkunftsfamilie, professioneller Fachfamilie und den Kindern und Jugendlichen können viele Themen aufkommen. So können bspw. Loyalitätskonflikte der aufgenommenen Kinder und Jugendlichen zwischen leiblichen Eltern und den pädagogischen Mitarbeitern der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft auftreten. Diese werden professionell begleitet.
Der Koordinator steht hierbei als Ansprechpartner für die Herkunftseltern der Kinder und Jugendlichen, sowie für die Pädagogin der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft zur Verfügung.
Elternarbeit wird von uns individuell, nach gemeinsamer Absprache mit dem belegenden Jugendamt, sowie dem Vormund/in geleistet.

Supervision/ Weiterbildung
Neben der Begleitung durch den Koordinator nimmt die Pädagogin der SPL auch regelmäßig Supervision und Fortbildungen in Anspruch, die eine weitere Unterstützung bieten.

Zusammenarbeit mit dem Träger
Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Träger. Dieser beauftragt einen Koordinator, welcher sich intensiv um die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft kümmert. Er ist Ansprechpartner für die Erzieherin, sowie für das Kind. Es findet ein stetiger Informationsaustausch über Telefon, E-mail und Hausbesuchen statt. In der Regel werden die Beratungsgespräche in der SpLG im monatlichen Rhtymus angeboten., im Krisenfall und bei Bedarf auch häufiger. Der Koordinator ist zudem das Bindeglied zum Jugendamt. In Krisensituationen ist er der erste Ansprechpartner.
Der Koordinator der Betreuungsstelle ist Diplom-Pädagoge, Erzieher und systemischer Familientherapeut.

Partizipation
Es finden regelmäßig Gespräche im großen Familienkreis mit allen Kindern und den Lebensgemeinschaftseltern statt, in denen die Kinder ein aktives Mitspracherecht am täglichen Geschehen haben. Dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes entsprechend, kann es seine Wünsche anbringen, z.B. was die Freizeitgestaltung betrifft.

Beschwerdemanagement
Der Koordinator der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft bietet durch die regelmäßigen Hausbesuche ein Vertrauensverhältnis für das Kind zu ihm als Ansprechpartner außerhalb der Familie. Das Kind kann sich im Einzelgespräch an ihn wenden und seine Wünsche und Befindlichkeiten vortragen.
Rechtsgrundlage für die Aufnahme in Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft sind § 34 und § 41 KJHG

Stand: März 2015