Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen



Lebensgemeinschaft Monschau-Konnzen

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche, die wegen ihrer diversen Verhaltens- und Entwicklungsstörungen nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien oder in anderen Wohnformen leben können und einen familiären, stabilen und individuellen Bezugsrahmen benötigen. Dabei sind Minderjährige mit zusätzlichen geistigen oder körperlichen Behinderungen nicht ausgeschlossen.

Die Unterbringung kann bis ins frühe Erwachsenenalter und bis zur Erreichung der größtmöglichen Selbstständigkeit erfolgen. Je nach individuellem Fall ist eine jederzeitige Rückführung in die Herkunftsfamilie möglich.

Aufnahmekapazität: 2 Kinder/Jugendliche
Gesetzliche Grundlagen: § 27 i.V.m. §§ 34, 35 und 35 a SGB VIII

Standort

Konzen ist der älteste Teil von Monschau, gehört zu der Städteregion Aachen und hat ca. 2.450 Einwohner. Durch Konzen führt die B 258, die Aachen über Monschau mit Trier verbindet. Trotz reizarmer und ländlicher Umgebung bietet Konzen durch zahlreiche Vereine viele Betätigungsfelder.
Konzen verfügt über eine gute Infrastruktur, um Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden. Kindergarten und Grundschule sind fußläufig zu erreichen; weiterführende Schulen (Haupt- Realschule und Gymnasium) gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Förderschulen sind mit beauftragten Fahrunternehmen zu erreichen, wobei hier die Kosten durch die Bezirksregierung refinanziert werden.

In Stolberg, ebenfalls mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, befindet sich das SPZ und die KJP.

In der Nähe von Konzen befinden sich viele Naturschutzgebiete, wie das Hohe Venn und der Nationalpark, aber auch der Rursee mit Bootsanleger und Freibad lädt zum Verweilen ein.
Die SPLG selbst liegt in einer verkehrsberuhigten Anwohnerstraße in unmittelbarer Nähe zur Vennbahntrasse und der belgischen Grenze.

Die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft

Das Haus mit über 150 qm Wohnfläche verfügt über genügend Platz und Rückzugsmöglichkeiten. Im Obergeschoss befinden sich drei Schlafräume und ein kleines Gästezimmer sowie das Bad. Die beiden hier befindlichen Kinderzimmer können nach Belieben selber mit mitgebrachten Möbeln eingerichtet und gestaltet werden, andererseits ist jedoch auch eine notwendige Möblierung bereits vorhanden. Im Parterre befinden sich die Gemeinschaftsräume (Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, WC). Hier ist auch der Durchgang zum Wintergarten, der mit einem Holzofen und einem mit Polstern ausgelegtem Podest zum Faulenzen ausgestattet ist.

Im Kellergeschoss sind neben Wirtschaftsräumen ein weiteres Gästezimmer, ein Büro, eine Sauna und ein kleines Bad mit Toilette und Dusche vorhanden. Im ganzen Haus herrscht Rauchverbot!

Das Gelände der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft umfasst über 1.200 qm und bietet Kindern und Jugendlichen optimale Gestaltungsmöglichkeiten.

Die Lebensgemeinschaft

Als gelernte Erzieherin und Mutter von 2 erwachsenen Kindern hat die Betreuerin fast alle Höhen und Tiefen, die die Entwicklung von Kindern mit sich bringen können, erlebt und gemeistert.

Durch ihre teilweise auch ehrenamtlichen- Tätigkeiten beim Kinderschutzbund, im Deutschen Roten Kreuz, Begleitung von Kinder- und Jugendfreizeiten und in der Arbeit mit Behinderten konnte sie ihr Wissen ausbauen und vertiefen. Zahlreiche Fortbildungen verhalfen ihr zu neuen Erkenntnissen, die sie gut in der Praxis gebrauchen und umsetzen konnte, hier seien beispielhaft eine pflegerische- und Sanitätsausbildung, ein Lehrgang in Technik- und Sicherheit erwähnt. Aber auch Kurse in den Bereichen Konfliktmanagement, Stressbewältigung, Leiten und Führen von Gruppen, Imagepflege, Hygiene,

Suchtproblematik, Umgang mit psychisch Kranken und Qualitätsmanagement haben ihr bei der Arbeit geholfen.
Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen in ihrer komplexen Problemlage gerecht zu werden und ihnen ein individuelles Hilfsangebot zu geben.

Vertrauen, Akzeptanz, Toleranz und Humor stehen dabei hier an oberster Stelle, denn nur eine positive Beziehung kann eine gute Grundlage zum gewünschten Erfolg bieten.

Klare Strukturen, geregelte Abläufe, soziale Stabilität und ein situationsgerechter Ansatz sind hier eine Selbstverständlichkeit, so dass dieses Hilfsangebot den Bedürfnissen, Interessen und dem Entwicklungsstand des jeweilig Betroffenen gerecht werden kann.
Neben Krisenintervention, der Hilfe bei der emotionalen Entwicklung und dem sozialen Lernen möchte die Betreuerin den Kindern und Jugendlichen Motivation für ein gutes Konsum-, Sexual- und Gesundheitsverhalten mit auf den Weg geben, so dass sie zu einem späteren Zeitpunkt in eine eigenverantwortliche Selbständigkeit begleitet werden können.
Obwohl eine räumliche Trennung zu den leiblichen Kindern der Betreuerin besteht, zählen sie wegen des engen Kontaktes mit zur Lebensgemeinschaft.

Pädagogisches Konzept

Das Leben mit und in der Natur, sowie mit Tieren verhilft nicht nur innere Ruhe zu finden, sondern auch, z.B. durch Gartenarbeiten, eine eigenverantwortliche Lebensführung zu erreichen und mit den Tieren eine wertschätzende Lebenseinstellung zu erhalten.

Durch Anerkennung, Lob und Bewerkstelligung von Aufgaben werden die Minderjährigen gefordert, motiviert und bestätigt.Spielerisch erfahren Kinder und Jugendliche etwas über natürliche Prozesse des Lebens, können experimentieren, erforschen, entdecken und so zu selbstbewussteren Menschen heranwachsen, denen Lernen auch wieder Spaß und Freude bereiten kann.

Durch vielfältige Handlungsfelder wird die aktive Integration erleichtert, Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung häufig neu definiert. Persönliche und soziale Kompetenzen werden gestärkt, Problem- und Konfliktbewältigungsstrategien werden über erlebnispädagogische Herausforderungen in den Alltag transferiert.Hier gilt der Leitsatz: Vom Ereignis über das Ergebnis zur Erfahrung und Erkenntnis!

Dabei wird viel Wert auf den Kontakt zu Tieren gelegt, da diese ohne Kompromisse lieben und die Menschen vorurteilsfrei akzeptieren. Im Umgang mit den Tieren werden den Kindern auf natürliche Weise Grenzen gesetzt. Sie werden empathischer und in ihrer Motorik geübter.

Ihr Sozialverhalten und ihrer eigene Körperwahrnehmung werden positiv beeinflusst. Die Tiere erleichtern zudem die Kontaktaufnahme, verbessern das menschliche Wohlbefinden und unterstützen die erzieherischen, rehabilitativen und sozialen Prozesse.

Durch den Umgang mit Tieren, die sich anfassen und streicheln las-sen, die auf die jeweilige Situation instinktiv reagieren, verbessern die betroffenen Kinder und Jugendlichen ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen, Ressourcen werden entdeckt und gefördert.

Tiere geben den Heranwachsenden Halt, stellen nichts in Frage und werden daher häufig als zusätzliche Quelle des Vertrauens gesehen. Um Tiere noch effektiver einsetzen zu können, hat die Betreuerin eine Ausbildung zur Kynopädagogin absolviert. Mit dem Hund Buddy als Co-Pädagoge kann sie einige Projekte wie beispielsweise Dog Dance, Zirkus und mehr durchführen. Als Lernbegleiter fungiert Buddy bereits und hat sich hinsichtlich dieser Aufgabe gut bewährt. Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, mit Buddy aktiv zu werden, sei es im Hundesportverein, in der Hundeschule oder auch in der SPLG, wo man ihm einige Kunststücke beibringen kann und diese dann stolz anderen Personen demonstriert. Aufgrund des Alters von Buddy befindet sich mittlerweile ein Junghund in Ausbildung zum Pädagogen auf vier Pfoten auf der Betreuungsstelle.

Des weiteren helfen die Kinder bei der Versorgung der Hühner, Laufente, Minischweinen, Katzen, und der Landschildkröte mit. Alle Tiere sind handzahm und können von Hand gefüttert werden.

Leitziel / Grundsätzliche Ziele

  • Bindung aufbauen, auf der sich Vertrauen entwickeln kann
  • Entwicklung von Empathie
  • Stärkung des Selbstbewusstseins und Aufbau eines positiven, realistischen Selbstwertgefühls im Rahmen der Partizipation
  • Aufbau sozialer Kompetenzen
  • Erlernen von lebenspraktischen Fähigkeiten (Umgang mit Geld, Hygiene, Kochen)
  • Erkennen und Akzeptanz von sozialen Strukturen
  • Entwicklung von Moral und einem Bewusstsein für Werte
  • Umgang mit Konflikten, Frustrationen und Aggressionen erlernen
  • Stützung und Förderung von positiven Verhaltensmerkmalen
  • Kreativität und Phantasie anregen bzw. wecken
  • Förderung der sprachlichen, kognitiven, motorischen, emotionalen und künstlerischen Fähigkeiten
    (orientiert am Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes)
  • Bewusstmachung eigener Stärken und Schwächen
  • Ganzheitliches Lernen
  • Motivation, Eigenaktivität anregen und Neugierde wecken
  • Herkunftsfamilie in die Arbeit einbeziehen, Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie/ Reflexion der eigenen
    Geschichte / Vergangenheitsbewältigung
  • Gesunde Lebensführung
  • Regelmäßige Schulbesuche, Ausbildung
  • Gezielte Freizeit- und Feriengestaltung
  • Verselbstständigung
  • Zusammenarbeit mit Behörden
  • Einhaltung der im HPG festgelegten Regeln zur Zielerreichung

Bundeskinderschutzgesetz

Die Leitlinien des Bundeskinderschutzgesetzes des Trägers Quo Vadis mit Beschwerdekonzept und Partizipationen werden in Betreuungstelle umgesetzt.

Ausschlusskriterien

  • Hohe Gewaltbereitschaft gegenüber Tieren/ Tierquälerei
  • Katzen- Hundehaarallergie oder Allergie auf
    Hühner und Entenfedern
  • Starke Drogenabhängigkeit (harte Drogen)
  • Starker Drang zum Vandalismus
  • Pyromanie

Stand Mai 2017