Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen



Lebensgemeinschaft Kommern

Standort

Das Haus liegt eingebettet in die waldreiche Landschaft am Rande von Mechernich-Kommern in der Eifel. Das nahe gelegene Wildfreigehege mit seiner reichhaltigen Groß- und Kleintierwelt und einem Abenteuerspielplatz sowie die gesamte landschaftliche Umgebung bieten viele Möglichkeiten zu staunen und die Natur aktiv zu erleben.
Mechernich und Kommern verfügen über eine Infrastruktur mit allen Schulformen, guter medizinischer Versorgung und guten Verkehrsanbindungen durch die Verkehrsnetze von Bahn und Regionalverkehr. So sind auch zwei Berufsbildungsstätten, ein Berufsinformationszentrum (BIZ) und Förderschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten gut zu erreichen. Freizeitange-bote wie Reiten, Schwimmen, Tennis, Sommerrodelbahn, Fußballvereine, Sportzentrum etc. gibt es zahlreich im Ort oder in der näheren Umgebung.

Räumlichkeiten

Das Haus ist ein Bungalow auf einem großen Grundstück, welches überwiegend als Rasenfläche und einem kleineren Nutzgarten angelegt ist und über alten Baumbestand verfügt, der zum Klettern und Spielen anregt. Auch in den benachbarten Wäldern und im Wildpark können die Kinder und Jugendlichen die Tiere und Pflanzen unserer Natur beobachten und erkunden.
Der Bungalow verfügt über insgesamt 150 qm Wohnfläche. Im Erdgeschoss befinden sich Wohn- und Esszimmer, Küche, Bad, Flur, WC und Schlafräume. Im Souterrain stehen zwei große Zimmer von je 24 qm und ein Duschbad zur Verfügung. Die Gemeinschaftswohnräume werden von allen genutzt, so dass eine enge Familienanbindung der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen gewährleistet ist. Zur Betreuungsstelle gehören auch zwei Katzen.

Betreuungssetting

Die Lebensgemeinschaft wird von einem engagierten und erfahrenen Elternpaar betreut. Die Projektleiterin ist Diplom-Sozialpädagogin mit langjähriger Berufserfahrung an Grundschulen und einer Fachschule für Sozialpädagogik. Der Ehemann ist als Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut berufstätig und hat langjährige therapeutische Erfahrung mit jungen, suchtkranken Erwachsenen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe sind Kinder bis zu ca. 10 Jahren. Maximal können hier bis zu zwei Kinder aufgenommen werden. Es soll Kindern und Jugendlichen aller Schichten Entwicklungsmöglichkeiten angeboten werden, um sich auf entsprechende Schwierigkeiten einzustellen. Um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, ist die Aufnahme für einen längerfristigen Zeitraum geplant.
Die persönliche und fachliche Kompetenz der Betreuer, aber auch die an verwirrenden und konsumorientierten Reizen arme Umgebung ermöglichen es den Kindern und Jugendlichen, zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden.
Insgesamt bieten der sichere und geschützte Rahmen der Lebensgemeinschaft und das gemeinsame Leben in und mit der Familie den Kindern und Jugendlichen die Chance, Entwicklungsstörungen und frühe Traumata zu bewältigen und sich positiv zu verändern.

Zielsetzung

Fernziel der Arbeit ist die Hinführung zu einem autonomen und eigenverantwortlichen Leben. Zu den pädagogischen und therapeutischen Zielen gehören:

  • Aufbau einer vertrauensvollen, tragfähigen Beziehung zu den Erziehenden
  • Festigung und Förderung des Selbstwertgefühls
  • Entwicklung eines Verständnisses für den Sinn von Regeln und Strukturen und deren Einübung
  • Vertrauen in eigene Stärken und Fähigkeiten aufbauen
  • Förderung von Konzentration, adäquater Wahrnehmung und Ausdauer
  • Förderung der koordinativen, grob- und feinmotorischen Fähigkeiten
  • Frustrationstoleranz steigern
  • Förderung von Eigenverantwortung und Selbständigkeit
  • Stärkung der Sozialkompetenz
  • regelmäßiger Schulbesuch mit dem langfristigen Ziel eines erfolgreichen Ausbildungsabschlusses
  • gegebenen- und erforderlichenfalls behutsame Aufarbeitung von Traumata und Entwicklung von Bewältigungsstrategien

Methoden

Die methodischen Grundlagen basieren auf den Erkenntnissen der modernen Pädagogik und Psychologie verknüpft mit den langjährigen, praktischen Erfahrungen aus der Berufstätigkeit und als Eltern. Besonders wichtig ist, die bestehenden Ressourcen der Kinder und Jugendlichen zu erkennen und für ihre Entwicklung zu fördern. Ebenso wichtig ist, sie in ihrer Individualität und Emotio-nalität zu respektieren und auch diese als Basis zur Weiterentwicklung zu nehmen.

Zu den Methoden gehören folgende:

  • durch das alltägliche Leben in der Familie erlernen die Kinder und Jugendlichen förderliche, soziale und alltagspraktische Fertigkeiten und können diese auf weitere Lebensbereiche anwenden
  • durch feste Rituale sowie konsequentes, aber liebevolles und positiv verstärkendes Erziehungsverhalten erhalten die Kinder und Jugendlichen Orientierung und können klare innere Strukturen ausbilden
  • das verlässliche Beziehungsangebot der Betreuer hilft, vorhandene Bindungsstörungen zu reduzieren und hoffentlich zu überwinden
  • das Einüben von Selbstkontrolle soll den Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Impulse zu kontrollieren, Bedürfnisse aufzuschieben und, daraus resultierend angemessen zu handeln, langfristige Ziele zu erreichen und sich ihrer Selbstwirksamkeit bewusst zu werden
  • individuelle Unterstützung bei Hausaufgaben und regelmäßiger Austausch mit der Schule
  • Findung von individuellen Freizeitinteressen und Entfaltungsmöglichkeiten durch eine Vielzahl an Spielen und sportlichen Aktivitäten
  • Aufbau und Pflege von sozialen Kontakten (Schule, Nachbarschaft, Sportverein o.ä.)
  • ggf. regelmäßige Kontakte zu relevanten Bezugspersonen
  • ggf. externe therapeutische Unterstützung

Individualpädagogische Lebensgemeinschaft

Die Betreuungsstelle sieht die betreuten Kinder und Jugendlichen als einzigartige Wesen an, die auf ihre individuelle Art auf die Einflüsse, denen sie bisher ausgesetzt waren, reagieren und entsprechende Verhaltensauffälligkeiten und Persönlichkeitsstrukturen entwickelt haben.
In dieser Betreuungsstelle erleben sie im Mit- und Füreinander familiären Lebens eine Alternative zu früheren Erfahrungen. Die Familie bietet Sicherheit und Geborgenheit auch über kritische Zeiten hinweg. Sicherheit wird durch feste Bezugspersonen, klare Regeln und Grenzen vermittelt. Die Kinder und Jugendlichen erfahren Halt und Zuverlässigkeit und können so traumatische Erfahrungen besser verarbeiten. Ein stabiles Beziehungsangebot soll Bindungsstörungen, wie sie oft unter dysfunktionalen Bedingungen entstanden sind, überwinden helfen und so dazu beitragen, dass die Kinder und Jugendlichen befähigt werden, in ihrem weiteren Leben konstruktive, selbstbewusste, emotional positive und erfüllende Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen.
Die Kinder und Jugendlichen sollen durch ihr Leben in derGemeinschaft zu neugierigen, lebensfrohen, und selbständigen Menschen heranreifen.

Partizipation

Es ist der Betreuungsstelle ein Anliegen, alle Ereignisse, Vorhaben und Entscheidungen, welche die Kinder und Jugendlichen betreffen, mit diesen zu besprechen, sie an Entscheidungen zu beteiligen und im Konfliktfall zu einer möglichst einvernehmlichen, pädagogisch sinnvollen Lösung zu kommen.

Beschwerdemanagement

Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit der Beschwerdeführung bei den regelmäßigen Besuchen des Koordinators, ggf. des Vormundes und bei den Hilfeplangesprächen. Sie können auch entsprechende telefonische Kontakte aufnehmen, ohne dass die Betreuer während der Telefonate zugegen sind. Ebenso steht ihnen die Möglichkeit offen, sich schriftlich an Koordinator, Jugendamt und Vormund zu wenden.

Qualitätssicherung

Eine qualitativ wertvolle Arbeit liegt der Betreuungsstelle am Herzen. Die Qualität der Arbeit wird sichergestellt durch:

  • kontinuierliche Besuche und Beratungsgespräche mit der Koordination
  • regelmäßigen Austausch mit dem zuständigen Jugendamt/Entwicklungsberichte/Hilfeplan
  • Kollegiale Intervision bzw. Supervision
  • Austausch mit anderen Betreuungsstellen von “QuoVadis-Jugendhilfeprojekte“
  • Fortbildungen
  • Dokumentation