Betreuungsstellen - Inlandsmaßnahmen

Lebensgemeinchaft Burgmühle

Ziel der Lebensgemeinschaft

Ziel der Lebensgemeinschaft ist, durch bislang unbekannte Erfahrungen und Reflektion dieser, zu neuen Entscheidungen zu gelangen und somit ungewohnte Verhaltensalternativen zu betreten. Dies geschieht anhand von authentischer Spiegelung des bisherigen Verhaltens und der Wirkung der eigenen Handlungsweisen auf das Umfeld. Dadurch werden die Folgen von Grenzüberschreitungen verdeutlicht.
Durch Bereitstellung eines wohnlichen Umfeldes kann stabile emotionale Bindung (Nestwärme) entstehen, Kontinuität wird erlebt, Strukturen geschaffen. Es wird die Möglichkeit geboten, Realitäten zu erleben, wie sie sind, um somit Raum zur Erweiterung von persönlichen Sichtweisen zu kreieren.

Das beinhaltet:

  • Erlernen der Anerkennung von Absprachen bzw. Regeln und Umsetzung dieser mit
  • Übernahme der Verantwortung für das eigene Zimmer
  • Erlernen eines verantwortungsbewussten Umganges mit der eigenen Person
  • Festigung und Förderung des Selbstwertgefühls
  • Integration in soziale Strukturen
  • Erlernen neuer Verhaltensweisen Strukturen
  • Erlernen der Anerkennung von Absprachen bzw. Regeln und Umsetzung dieser mit Bezug auf verantwortungsvolle Übernahme von Aufgaben im Haushalt und Garten
  • Erweiterung persönlicher Sichtweisen

Zielgruppe

Zielgruppe der Lebensgemeinschaft sind männliche Jugendliche, die für sich erkannt haben, etwas in ihrem Leben zu ihrem eigenen Wohl zu verändern und bereit sind, in einem familiären gewaltfreiem Umfeld zu leben.
Die Betreuungsstelle Burgmühle mit 2ha Wiese und Wald bietet derzeit Gelegenheit für einen Jugendlichen mit dem Leiter der Lebensgemeinschaft, in einem freistehenden Haus ca. 50 km östlich von Köln im bergischen Land zu leben. In dieser Form der Lebensgemeinschaft besteht für die Jugendlichen die Möglichkeit, ihr individuelles Entwicklungspotential unter fachlicher Begleitung zu entfalten.

Umgebung

Das Haus liegt in einem reizarmen Tal östlich von Oberwiehl. Hinter dem Haus beginnt ein Naturschutzgebiet sowie das landschaftlich reizvolle Bergische Land. Mit dem Auto ist man in 35 Minuten am Kölner Dom und hat Gelegenheit in Ergänzung zu den örtlichen Möglichkeiten das kulturelle Angebot einer Großstatt zu nutzen. Sämtliche Schulformen sind in der näheren Umgebung mit dem Bus, der vor dem Haus hält, zu erreichen.

In den Schulferien wird in der Regel nach Irland oder England gefahren. In Irland ist das Reiseziel ein Cottage in der Grafschaft Kilkenny. Ca. fünfundvierzig Autominuten von der Südküste entfernt, steht das Cottage am Hang von Buttlers Wood mit einem Ausblick über fünf Grafschaften. Die fünfzig Zentimeter starken Natursteinwände sowie die offene Feuerstelle im Wohnbereich, bieten Raum zur Entwicklung für die Ursprünglichkeit und Natur der jeweiligen Bewohner und schaffen daher Entfaltungsmöglichkeiten die eigene Persönlichkeit zu festigen und zu fördern. Das Er– Leben einer beschützten Kernfamilie steht hier im Vordergrund der Maßnahme.

Arbeitsprinzipien und methodischen Grundlagen

  • Ermöglichung des Aufbaus einer familienanalogen Beziehung durch ständig im Haus lebende Fachkräfte
  • Begegnung der Jugendlichen in deren Realität
  • Angebot einer stabilen emotionalen Bindung
  • Konsequentes Erziehungsverhalten unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation des einzelnen Kindes bzw. Jugendlichen
  • Erforschung individueller Fähigkeiten und Stärken der Kinder bzw. Jugendlichen sowie Ausbau und Förderung dieser
  • Regelmäßiger Schulbesuch und Einhaltung von Vereinbarungen diesbezüglich
  • Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie
  • eigene Stärken erkennen und Erfolge erleben
  • Erleben von kreativem Ausdruck durch therapeutisches Malen
  • Vermittlung von Bewältigungsstrategien
  • Grenzen erkennen und akzeptieren durch Verdeutlichen der Folgen von Grenzüberschreitung
  • Koordination zwischen Lebensgemeinschaft, Jugendamt, Schule, Familie( Vormund )
  • Klare Strukturen in angst- und gewaltfreier, positiver Umgebung
  • Förderung der Bindungsfähigkeit und Aufarbeitung traumatischer Erlebnisse
  • Erfahren konstruktiver Konfliktlösungsstrategien
  • Spiegeln authentischer Realitäten
  • Zuhilfenahme therapeutischer Ansätze aus verschiedenen Schulen der humanistischen Psychologie

Die Qualität der Betreuung ist durch regelmäßig, halbjährlich stattfindende Hilfeplangespräche, der kontinuierlichen Erstellung von Dokumentationen bzw. Erstellung und Überprüfung eines Erziehungsplanes gewährleistet. Die Jugendlichen werden u.a. aktiv an der Vorbereitung und Durchführung der Hilfeplangespräche beteiligt. Dem Jugendlichen wird die Möglichkeit gegeben, sich angemessen kritisch bei Betreuern, Koordinator, Träger und Jugendamt über seine Maßnahme zu äußern. Ein transparenter Austausch mit dem zuständigen Sachbearbeiter des Jugendamtes ist erwünscht. Die Jugendlichen kennen ihre Beteiligungs- und Beschwerdemöglichkeiten und können diese aktiv ausüben.